Mittwoch, 22. Januar 2020

Kurze Frage zwischendurch

Uns Linken wird gerne von konservativen und Liberalen vorgeworfen so voll "ideologisch" zu sein. Sie selbst sind natürlich der Hort "pragmatischer" und "unideologischer" Politik.

Das ist natürlich Unfug und hier ist ein gutes Beispiel aus der FAZ.NET - Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Frage ist so gestellt, als sei es ein Sakrileg dieses natürliche, den menschlichen Bedürfnissen am besten entsprechendste Wirtschaftssystem aller Zeiten in Frage zu stellen.
Der Artikel, aus dem die Grafik stammt berichtet, dass 55% der Deutschen nicht glauben, dass der Kapitalismus ihnen nützt. Dem geneigten FAZ Redakteur natürlich völlig unverständlich.



 


https://www.google.com/amp/s/m.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/trust-barometer-deutsche-zweifeln-am-kapitalismus-16592016.amp.html


Was hat diese Frage jetzt mit Ideologie zu tun? Sie zeigt wie sehr die Ideologie des "Endes der Geschichte", also der vollständige Sieg des Kapitalismus sich in den Köpfen von Liberalen festgesetzt hat. Grundlegende Kritik oder ein Ende des Kapitalismus sind einfach unvorstellbar geworden. Sie haben Konkurrenz, Selbstoptimierung und Egoismus als vermeintlich natürliche menschliche Eigenschaften verinnerlicht.

Selbst die existenziellen Bedrohungen durch den Klimawandel oder seine permanente Armutsproduktion werden entweder geleugnet, oder als "alternativlos" hingenommen.

Beides ist falsch. Der Kapitalismus ist weder natürlich noch alternativlos. Er ist von Menschen geschaffen und kann auch von Menschen abgeschafft werden. Lasst uns daran gemeinsam arbeiten!

Zur Ideologie des Neoliberalismus:
https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/die-idee-die-die-welt-verschlang

Sind Menschen natürliche Egoisten?
https://www.heise.de/tp/features/Das-verzerrte-Menschenbild-im-Kapitalismus-4411992.html

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