Freitag, 30. Oktober 2015

Von Helikoptern und Stinkefingern: Die Sitzung des Studierendenparlaments der HHU Düsseldorf vom 29.10.2015

Es gab wenig streitbares auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung. Die neuen (alten) Referent_innen wurden größtenteils einstimmig bestätigt. Ebenso wie die Bezuschussung des 89. Kunsthistorischen Studierendenkongresses, der vom 19. bis zum 22.11.2015 in Düsseldorf stattfindet. Man hätte fast annehmen können, die Sitzung würde ohne die üblichen Auseinandersetzungen verlaufen. Sogar auf Enthaltung bei der Bestätigung von Referent_innen aus den Reihen der Koalition konnte gänzlich verzichtet werden, da der neue Ökoreferent, trotz seiner LHG-Zugehörigkeit einen sehr kompetenten Eindruck machte und auch dem Vorschlag aus dem regelmäßig stattfindenden veganen Brunch gelegentlich einen Brunch mit "herkömmlichem" Essen zu machen (RCDS, natürlich) entschieden kontra gab. Schön, schön.
Der fleißige AStA-Vorstand erstattete Bericht, es wurden neue (Klapp-) Tische für den SP-Saal genehmigt und das Campus-Kino überzeugte mit schönen Konzepten und kann auch in Zukunft seine Filme zeigen. Erste Uneinigkeiten gab es bei der Abstimmung über die Finanzierungsantrag der neu konzipierten Campuszeitung.
Diese wird auf 16-20 Seiten abgespeckt und soll auch durch bezahlte Gastbeiträge gefüllt werden. Den Schwerpunkt soll die Berichterstattung über die Hochschulpolitik bilden. Ob Beiträge der Gruppen selbst vorstellbar sind, wird bis zur nächsten Sitzung geklärt. Wo, und vor allem zu welchem Preis die "Campus D" in Zukunft gedruckt werden soll, erhitzte die Gemüter der LHG und des RCDS. Der antragstellende AStA hatte drei Angebote aufgelistet, davon favorisierte er aus folgenden, nachvollziehbaren, Gründen den teuersten:
  1. Das Druckhaus ist regional verortet (CO2-Bilanz bei Lieferung, etc.)
  2. Die Lieferzeit ist logischerweise die kürzeste
  3. Man hatte bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet
  4. Selbst dieses teuerste Angebot liegt deutlich unter Budgetgrenze.
Aus diesen Gründen wollte der AStA einen Änderungsantrag des RCDS, der sie verpflichtet hätte das günstigste Angebot zu wählen, nicht annehmen. Die folgende Abstimmung des Parlaments ging ebenfalls zu Ungunsten des Änderungsantrags aus. Ein Mitglied (kein Parlamentarier) der LHG, das der Bevorzugung eines Druckhauses bereits vor der Abstimmung ein "Geschmäckle von Korruption" attestierte, machte seiner Wut durch lautes "Tischrücken" Luft. Von seinem Berg des Zorns sollte dieses Mitglied, gewissermaßen der "Chefideologe" der LHG (wenn man das so nennen will), auch nicht mehr heruntersteigen.
Als letzten regulären Tagesordnungspunkt sollte über die Anschaffung eines eigenen Laptops für das Präsidium des Studierendenparlaments entschieden werden. Der verbliebene Parlamentarier der LHG war, seinem ideologischen Vorbild entsprechend, immer noch ganz doll erbost und stellte (nach Flüstern und Kichern) einen Änderungsantrag, der darauf lautete, dass dem Präsidium doch gleich noch ein Helikopter zur Verfügung gestellt werden solle. 
Solche Perlen des Humors war man seit dem mysteriösen Verschwinden der Liste "Die Liste" nicht mehr gewohnt. Da hat die LHG doch tatsächlich mal freiwillig witzig sein wollen. 
Eine Parlamentarierin des RCDS beantragte lobenswerter Weise die Schließung der Redeliste und somit die sofortige Abstimmung. 
Der Änderungsantrag wurde einstimmig abgelehnt. Die LHG stimmte höchstselbst dagegen, da die Forderung nach einem Hubschrauber natürlich nur eine zynische Überspitzung war, um auf die geradezu römische Dekadenz des Präsidiums aufmerksam zu machen. Für die nicht so Schlauen hier. Sehr intellektuell.
Die Anschaffung des Laptops wurde mit großer Mehrheit beschlossen, was bei besagtem "Chefideologen", der noch etwas hatte sagen wollen aber nicht durfte, zu einem kleinen Wutanfall führte. Er trat gegen den Tisch an dem er saß, sodass die leeren Weinflaschen klirrten und zeigte dem Präsidium ob dieser zutiefst ungerechten Behandlung den ausgestreckten Mittelfinger. Sehr erwachsen.
Alle beruhigten sich und Campus Grün stellte unter dem TOP "Sonstiges" eine Sammelaktion der Initiative für Geflüchtete STAY! vor. Der AStA-Vorstand wollte sich bei dieser Gelegenheit gleich den Segen des Parlaments holen diese Aktion über AStA-Kanäle zu bewerben. Man könnte bei solch einer Angelegenheit von Konsens ausgehen und weil unter "Sonstiges" nicht mehr abgestimmt werden darf, wurden formell zwei Werkstage Einspruchsrecht eingeräumt. Es dauerte allerdings keine zwei Minuten bis die LHG Einspruch eingelegt hatte. Das nenne ich mal eine gelungene Kanalisation eigener Befindlichkeiten. Sehr sympathisch, ihr Vögel.

Die zutiefst unsoziale Einstellung der LHG bestätigte sich nach Sitzungsende, als sich Konservative gemeinsam mit Sozialist_innen und Grünen daran machten das sperrige SP-Möbiliar wieder zu verstauen, während die LHG und ihre Entourage noch nicht einmal das eigene Flaschenpfand entfernen konnte. Niemand mag euch.

Insofern, spendet eure nicht mehr gebrauchten Winterklamotten an STAY!, schließt euch dem Protest gegen Dügida an, seid solidarische und soziale Menschen! Allen ein schönes Wochenende.

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