Donnerstag, 1. Mai 2014

Der Erste Mai: Internationaler Arbeiter*innenkampftag

Heute haben wir einen Info-Stand auf dem Johannes-Rau-Platz zum Tag der Arbeit gehabt. Bei grandiosem Wetter kamen wir mit vielen Interessierten in Kontakt und konnten sowohl die Linksjugend, als auch deren Ziele bekannter machen und diskutieren.

Extra für den Ersten Mai haben wir einen Flugzettel zusammengestellt, der sich mit der Geschichte des Ersten Mai beschäftigt, den wir hier folgend dokumentieren möchten.
 

Ganz im Anschluss an den Text gibt es dann die Bilder, die wir über den Tag verteilt geschossen haben :)

Flugzettel zum Ersten Mai

1. Mai? Was ist das eigentlich und warum muss ich da nicht zur Arbeit gehen?

Am ersten Mai gibt es überall Stadtfeste und man sieht viele Parteistände, an denen geworben wird. Aber der wahre Sinn des sogenannten "Tag der Arbeit" scheint kaum noch jemandem bekannt zu sein. Hier eine kurze Zusammenfassung von uns:

1886 wurde die Arbeiter*innenbewegung zum Generalstreik aufgerufen, um den Achtstundentag zu erkämpfen. Davor waren Arbeitszeiten um die dreizehn Stunden pro Tag üblich. Man wählte für diesen Protest den 1. Mai, weil er in Amerika als Moving Day galt; an diesem Tag wurden die meisten Arbeitsverträge abgeschlossen oder aufgehoben. Der Achtstundentag sollte in die neu auszuhandelnden Verträge mit aufgenommen werden. Von 400.000 Beschäftigten konnten nur 20.000 ihre Forderung auch wirklich durchsetzen. Doch in den Jahren darauf folgten auch andere Länder wie Australien oder Frankreich diesem Beispiel. Nachdem einige Streiks mit Gewalt niedergeschlagen wurden und ein blutiges Ende fanden, ruhten die Arbeitskämpfe vorerst bis zum 1.4.1890.

Auch in Frankreich und im Deutschen Kaiserreich wurde an diesem Tag gestreikt. Besonders in den Städten Berlin, Dresden und Hamburg beteiligte sich eine Vielzahl der Beschäftigten. Die Unternehmensverbände aber drohten mit Aussperrung, Entlassung und schwarzen Listen, sodass in den darauf folgenden Jahren nicht mehr zu Streiks aufgerufen wurde. Der Spartakus-Bund, später die KPD, rufen seit 1916 wieder dazu auf.

Am 1. Mai 1929 fand der Streit der zerstrittenen SPD und KPD seinen traurigen Höhepunkt. Obwohl ein Demonstrationsverbot verhängt wurde, fanden trotzdem Demonstrationen statt, bei denen 28 Menschen durch Schießereien zu Tode kamen. Der Tag ging als Blutmai in die Geschichte ein.

In der NS-Zeit wurde der 1. Mai dann vom NS-Regime für Paraden und Aufmärsche in typischer Nazi-Ästhetik missbraucht, um nach innen, wie nach außen, propagandistisch zu wirken.

1946 bestätigte der alliierte Kontrollrat den 1. Mai als Feiertag.

Im geteilten Deutschland organisierte die SPD eigene Demonstrationen in wenigen Stadtteilen und grenzte sich so von der SED, einer Vorläuferin der LINKEn ab, die in gesamt Berlin Demonstrationen organisierte.

Nach der Vereinigung boomte die Wirtschaft und viele Leute fanden Arbeit, doch schon bald schlug dieser Boom in Rezession um. Heute schlagen Sozialverbände aufgrund der prekären Lage vieler Alarm, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich unaufhaltsam weiter, die derzeit real stattfindende Verteilung von unten nach oben wird immer offensichtlicher. Der Tag der Arbeit rückt vor diesem Hintergrund in ein besonderes Licht. Es ist wichtiger denn je das kapitalistische Wirtschaftssystem und die damit einhergehende Abhängigkeit von Lohnarbeit zu überwinden, in dem in einer weltweiten Revolution dieses Abhängigkeitsverhältnis durch den Sozialismus ablöst wird.

Wer wir sind?

Die Linksjugend ['solid] Düsseldorf ist ein sozialistischer, antifaschistischer, basisdemokratischer und feministischer Jugendverband. Er greift in die gesellschaftlichen Verhältnisse ein und ist Plattform für antikapitalistische und selbstbestimmte Politik. Als Teil emanzipatorischer Bewegungen sucht der Jugendverband die Kooperation mit anderen Bündnispartner/innen. Wir treffen uns jeden Sonntag um 18:30 Uhr in der Corneliusstraße 108 im Büro der LINKEN. Wir freuen uns jederzeit über neue Gesichter, also schau doch einfach mal vorbei!

Bilder

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