Sonntag, 30. März 2014

Die Partei "Die Rechte" marschiert in Aachen

Gestern, am 29.03., fand in Aachen ein Fackellauf »Gegen Multikultur« in Aachen statt. Dazu aufgerufen hatte die neonazistische Kleinstpartei »Die Rechte«, die von einem der führenden Köpfe der Neonazikader in Deutschland, Christian Worch, gegründet wurde. Im Aachener Kontext von »Die Rechte« sammeln sich vornehmlich nach dem Verbot der »Kameradschaft Aachener Land« aktionistisch heimatlos gewordene (Neo-)Nazis aus dem Umfeld der Freien Kameradschaften. Das Verbot der Nazistrukturen stellt eine Zäsur für sie dar, weswegen sie nun Schutz im Parteienrecht suchen und ihn hier auch leider finden. Nicht nur in Aachen, »Die Rechte« wartet auch in Dortmund, Düsseldorf, Hamm, Heinsberg, Mühlheim/Essen, dem Rhein-Erft-Kreis und Wuppertal mit Kreisverbänden auf.

Ein Nazi kommt selten allein

Zu besagter Demonstration wurden die Nazis gestern für 18 Uhr am Hauptbahnhof erwartet. Die Polizei stellte ein Großaufgebot mit Beamten aus ganz NRW und zeigte bereits vor Beginn der Demo massive Präsenz im Bahnhof und auf dem Vorplatz. Zeitgleich wurde an Zuwegen zur angemeldeten Marschroute Straßensperren durch die Polizei installiert, um Gegendemonstrant*innen von den Faschos zu trennen. Ein Polizeihubschrauber war auch geordert und kreiste über der Route.

Nachdem sich die Anhänger der Rechten gesammelt hatten, wurden sie, außerhalb von Sicht- und Hörweite, von den inzwischen auf dem Bahnhofsvorplatz versammelten ca. 200 Antifaschist*innen, durch einen Seiteneingang des Banhofs ins Freie geleitet. Ein einziger Faschist traute sich vollverspiegelt einen Blick auf die Gegendemonstration zu werfen. Ansonsten blieben die rund 60 Nazis lieber unter sich.

Einigen Antifaschist*innen gelang es den Marsch der Nazis durch eine Blockade zu verzögern, jedoch leider nicht zu verhindern sodass die Demo in Formation und mit entflammten Fackeln losmarschieren konnte.
© @fluxusx
Am Theaterplatz wurde dann ihrerseits ein Halt gemacht, Fotos mit einem Transparent vor dem Theater gemacht und eine Zwischenkundgebung abgehalten, die dank der inzwischen vor Ort eingetroffenen Menge von ca. 1000 Gegendemonstrant*innen durch ein massives Ruf- und Pfeifkonzert gestört werden konnte.
© @LAP_AC
Von dort aus setzte sich der Marsch dann wieder in Richtung Hauptbahnhof, um mit den bereitgestellten Zügen nach Hause fahren zu können. Auch hier wurde wieder seitens der Polizei die Taktik gefahren, Gegendemonstrant*innen und Nazis möglichst außerhalb von Sicht- und Hörweite voneinander zu trennen. Dennoch konnte durch die angemeldete Gegendemonstration nochmals lauthals klargemacht werden, was von neonazistischen und faschistischen Tendenzen in und um Aachen und sonstwo gehalten wird. Nämlich nichts.

Nie wieder Faschismus!

Wir möchten uns bei den Organisator*innen des Gegenprotests und allen Antifaschist*innen bedanken, die sich an den Gegenaktionen zum Aufmarsch beteiligt haben und hoffen, dass sich der Spuk im nächsten Jahr nicht wiederholen wird. Falls doch, werden wir wieder gemeinsam gegen neofaschistisches Gedankengut auf die Straße gehen.

¡No pasarán!

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