Sonntag, 2. Februar 2014

Flüchtlinge willkommen, Nazis haut ab!

In Bochum haben gestern Nazis von der "Kameradschaft Volkssturm Deutschland", einer eher lose zusammenhängenden Gruppe von Neonazis Gelsenkirchen, Essen und Bochum, die auch der NPD nahesteht, vor der örtlichen Flüchtlingsunterkunft demonstriert. Die knapp 30 angereisten Faschos positionierten sich mitsamt ihres mitgebrachten Transparents vor dem Gebäude der Knappschaft, während sie sich den knapp 350 Gegendemonstrant*innen auf der anderen Straßenseite gegenüber sehen mussten. Schöne Randnotiz: Am Gebäude der Knappschaft wurde offenbar für die Demonstration noch eingens ein Schriftzug »Wir gegen Nazis« angebracht.

Schriftzug »Wir gegen Nazis«
Die Nazis haben sich dann Mühe gegeben, ihre rassistische Hetze mit ihrem schwachbrüstigen Megaphon zu artikulieren, was aber prompt von den angereisten Antifaschist*innen mit Gesängen, Parolen, Vuvuzelas und Sprechchören übertönt wurde sodass ihr vorgetragener Menschenhass untergegangen ist. Den Gegendemonstrant*innen selbst wurde seitens der Polizei nur ein sehr kleines Areal zugewiesen, das sogar mit Hamburger Gittern versehen wurde. Allerdings hatte man sich offensichtlich mit dem der Gegendemo eingeräumten Platz verkalkuliert, da die zugewiesene Fläche für die Gegendemonstrant*innen viel zu wenig Platz bot sodass kurzerhand noch eine Wiese in unmittelbarer Nähe von den Antifaschist*innen mit in Anspruch genommen wurde.
Die ca. 30 angereisten Mitglieder der "Kameradschaft Volkssturm Deutschland".
Nachdem die Nazis mit ihren Wortmeldungen endlich fertig waren, wurden sie in einen extra bereitgestellten Bus zurück zum Bochumer Hauptbahnhof kutschiert, um von dort wieder in das Um- und Hinterland zu fahren. Dabei kam es im Bahnhof seitens einiger betrunkener Nazis zu verbalen Auseinandersetzungen, weswegen ein Platzverweis ausgesprochen wurde.

Dass Nazis immer wieder gegen Geflüchtete hetzen ist nicht neu. Dem gilt es sich entschieden entgegenzustellen und Solidarität mit den Geflüchteten zu zeigen. Doch es sind nicht alleine die Nazis, die die Lebensumstände für Geflüchtete und Marginalisierte in Deutschland so schwer machen. Es ist vielmehr die sogenannte "Mitte der Gesellschaft", sind die Stammtische und auch die Sarrazins dieses Landes, die den rassistischen Normalzustand in Deutschland aufrecht erhalten und unterstützen. Racial Profiling, Lager-Unterbringung von Geflüchteten, rechtspopulistische Parolen seitens der Politik und Abschiebung sind bundesdeutscher Normalzustand. Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Eine Verbesserung der Lage erreichen wir nur, indem wir die bestehende Praxis und das bestehende System, wie hierzulande mit Menschen umgegangen wird, neu denken und neu gestalten.

Nazis verpisst euch. Refugees welcome!

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